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16.04.2018 11:46 Uhr Alter: 9 Tage

„Amstetten wird Stadt.“


GR Edmund Maier, STR Gerhard Riegler, GR Regina, Öllinger, Vzbgm. Dieter Funke, Bgm. Ursula Puchebner, Stadtarchivar Thomas Buchner, GR Elisabeth Asanger, GR Friederike Sonnleitner, GR Martina Wadl mit einer Kopie der Stadterhebungsurkunde

„Amstetten wird Stadt.“

So lautete der Titel des Vortrages von Amstettens Stadtarchivar, dem Historiker Dr. Thomas Buchner, anlässlich des Jubiläums 120 Jahre Stadt Amstetten.

Allerdings war nicht nur die Stadterhebung selbst Thema, sondern auch die Urbanisierung im späten 19. Jahrhundert.

Bgm. Ursula Puchebner betonte in ihrer Einleitung, dass sich Amstetten in diesem Jahr auch ganz besonders dem Gedenken und Erinnern verschrieben hat. „2018 ist ein Gedenk- und Erinnerungsjahr und demgemäß thematisiert die Stadt Amstetten mit zahlreichen Veranstaltungen diese denkwürdigen Ereignisse.“ Besonders hob die Bürgermeisterin in diesem Zusammenhang das auch an Amstettens Schulen stattfindende Demokratieprojekt hervor, im Rahmen dessen namhafte Expertinnen und Experten eine Reihe von Vorträgen halten werden.

„Für Amstetten bietet dieses Jahr aber einen weiteren Anlass zu erinnern und darüber hinaus auch feierlich zu begehen“, so Ursula Puchebner, die damit zum aktuellen Thema des Abends überleitete, „vor 120 Jahren, also 1898, fanden die offiziellen Feiern zur Erhebung Amstettens zur Stadt und zur Eröffnung des Rathauses statt.“

Bereits am 29. November 1897 hatte Kaiser Franz Joseph eine „Allerhöchste Entschließung“ unterzeichnet, mit der Amstetten zur Stadt erhoben worden war. Gefeiert wurde dies allerdings erst 1898, denn in diesem Jahr gab es einen dreifachen Anlass: Stadterhebung, 50jähriges Regierungsjubiläum Kaiser Franz Josephs und die Eröffnung des neu errichteten Rathauses.

Stadtarchivar Thomas Buchner beleuchtete in seinem Vortrag die Vorgänge rund um die Stadterhebung vor dem Hintergrund eines landesweiten Urbanisierungsprozesses. Das überdurchschnittliche Bevölkerungswachstum, die Ansiedlung von Behörden wie Bezirkshauptmannschaft und Bezirksgericht, die Rolle Amstettens als Eisenbahnknotenpunkt und die damit verbundene Ansiedlung von Betrieben zeugten von der Entwicklung Amstettens hin zu einem urbanen Zentrum.

Persönlichkeiten wie Josef Schöffel (auch bekannt als der Retter des Wienerwaldes), der damalige Bürgermeister Anton Schmidl, Bezirkshauptmann Alfred Freiherr von Lederer und weitere namhafte Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens in Amstetten, wie etwa Ignaz Putz jun. oder Dr. Carl Teutschmann, trieben die Bemühungen zur Stadterhebung voran.

Auch sollte das neue erbaute Rathaus allen repräsentativen Anforderungen Genüge tun. Die Feierlichkeiten zur Stadterhebung und zur Eröffnung des Rathauses fielen allerdings, aufgrund fehlender finanzieller Mittel der Kommune, eher bescheiden aus.

Mit dem Bevölkerungswachstum und der damit Hand in Hand gehenden Ansiedlung von Betrieben rund um die Jahrhundertwende, stellten sich in Amstetten viele soziale und gesellschaftliche Fragen.

Die Beschreibung des damaligen öffentlichen Lebens, der politischen Lage in Amstetten, sowie brennender sozialer Probleme wie Wohnungsnot und der damit verbundenen Siedlungs- und Bautätigkeit war ebenso wesentlicher Bestandteil von Thomas Buchners Vortrag wie auch die Darstellung der Bemühungen um die Etablierung eines einer Stadt würdigen kulturellen Lebens.

Die damaligen Bemühungen und Zielsetzungen der Politik und Verwaltung rund um die Stadterhebung lassen sich in einem Zitat von Carl Teutschmann (Mitglied der Gemeindevertretung von 1894-1915) gut zusammenfassen: „Jeder Fremde, der unser Städtchen, Vergebung, unsere Stadt betritt, wird den Eindruck empfangen, daß hier der Fortschritt und die Arbeit zu Hause sind.“

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