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Sparkling Science Projekt

„Geschlossene“ Anstalt? Die „Heil- und Pflegeanstalt“ Mauer-Öhling (Niederösterreich) in der NS-Zeit und im kollektiven Gedächtnis


Projektleitende Einrichtung

Institut für jüdische Geschichte Österreichs (INJOEST)
Projektleiterin: PD Dr. Martha Keil
Mitarbeiter/innen: Dr. Wolfgang Gasser, Dr. Philipp Mettauer, Tina Frischmann

Beteiligte Schule
Aufbaulehrgang Wirtschaft (ALW) der Fachschule Amstetten, Lehrgang Gesundheit und Soziales


Wissenschaftliche Kooperationspartner 

NÖLA Niederösterreichisches Landesarchiv, St. Pölten
Stadtarchiv Amstetten

Laufzeit: 1.8.2017-31.7.2019

Link: undefinedSparkling Science

Ausgehend von der NS-Kategorie „lebensunwert“ setzen sich rund 50 Schülerinnen und Schüler der ersten Klassen (17-jährige) des ALW der Fachschule Amstetten (NÖ) mit dem Konstrukt von „Behinderung“ auseinander. Entsprechend ihrem schulischen Schwerpunkt „Gesundheit und Soziales“ beschäftigen sie sich auch mit dem Berufs- und Menschenbild in der Pflege zur NS-Zeit. In unmittelbarer Nähe ihrer Schule, in Mauer-Öhling, liegt das heutige Landesklinikum Mauer. 1902 als „Kaiser-Franz-Joseph-Landes-Heil- und Pflegeanstalt“ gegründet, war es mit seinen rund 2000 Betten die drittgrößte Klinik Österreichs, die im Rahmen der NS-„Euthanasie“ Patientinnen und -Patienten in Tötungsanstalten deportierte oder intern ermordete. Über diese Verbrechen wurde noch wenig geforscht und kaum öffentlich diskutiert. Zwar war Mauer-Öhling eine „geschlossene“ Anstalt, doch ist von Kontakten zwischen Insassen, medizinischem Personal sowie dem angeschlossenen Wirtschaftshof und der Bevölkerung der Umgebung auszugehen. Dr. Philipp Mettauer fragt daher im ersten Teilprojekt nach dem Informationsfluss nach außen, das heißt, auf welche Weise und durch welche Akteure welche Informationen aus der Anstalt gelangen konnten. Die Inhalte und Spuren oder auch das Fehlen oder Verleugnen dieser Informationen erheben im zweiten Teilprojekt gemeinsam mit Dr. Wolfgang Gasser die am Projekt beteiligten Schülerinnen und Schüler. Sie recherchieren in Regionalmedien und führen, angeleitet und begleitet durch das Projektteam, Interviews mit ausgewählten Personen – Anstaltspersonal, Angehörigen von Opfern – sowie Straßenumfragen durch. Ziel des Projekts ist nicht nur, Kenntnisse über den Wissensstand zu den Vorgängen in der Klinik während der NS-Zeit zu erlangen, sondern auch dessen heutige Präsenz im kollektiven Gedächtnis der Region Amstetten festzustellen. Die Forschungen der Schülerinnen und Schüler werden dieses Wissen vergrößern und in einem Film einer breiten Öffentlichkeit vermitteln. Die Projektarbeit soll zu einem Mahnmal für die Opfer von Mauer-Öhling führen, an dessen Vorbereitung interessierte Schüler/innen auf freiwilliger Basis mitwirken können.

 

 

Dienstag, 17. Oktober 2017, 18:30 Uhr
Rathaussaal Amstetten

Geschlossene Anstalt? Die „Heil- und Pflegeanstalt" Mauer-Öhling in der NS-Zeit und im kollektiven Gedächtnis

Wiederholung der Auftaktveranstaltung
Aufgrund des großen Publikumsinteresses wird die Auftaktveranstaltung vom 14. Sept. am 17. Oktober wiederholt.


 

Donnerstag, 14. September 2017, 18:00 Uhr, Rathaussaal Amstetten

Offizieller Projektauftakt: Vorführung des Films „Nebel im August“ mit anschließendem Publikumsgespräch.

Aufgrund der im Film gezeigten Parallelitäten mit den Vorgängen in der „Heil- und Pflegeanstalt“ Mauer-Öhling während der NS-Zeit („T4“-Transporte in die Vernichtungszentren, „anstaltsinterne Euthanasie“, der überbelegte Friedhof), bietet der Film einen ausgesprochen beeindruckenden Impuls, sich mit der Geschichte der Psychiatrie im Raum Amstetten auseinander zu setzen. Anschließend an den Film findet ein Publikumsgespräch mit dem Historiker Philipp Mettauer mit Publikumsbeteiligung statt, moderiert von Stadtarchivar Thomas Buchner.
Eintritt frei!

Programm zum Start des Projekts

18:00 Uhr
Grußworte von Ulrike Königsberger-Ludwig (Abg. zum NR, Vizebürgermeisterin Amstettens und Behindertensprecherin der SPÖ) 
Martha Keil (Direktorin Injoest) berichtet über das Sparkling-Science-Projekt: „Geschlossene" Anstalt? Die „Heil- und Pflegeanstalt" Mauer-Öhling in der NS-Zeit und im kollektiven Gedächtnis – eine Kooperation des Instituts für jüdische Geschichte Österreichs (Injoest) mit der Fachschule Amstetten und dem Stadtarchiv Amstetten

18:20 Uhr
Filmstart „Nebel im August“, (Länge 126 Minuten) 
Die authentische Geschichte von Ernst Lossa, Psychiatriepatient der frühen 1940er Jahre. 
Regie: Kai Wessel, Drehbuch: Holger Karsten Schmidt, nach Motiven des gleichnamigen Tatsachenromans von Robert Domes. 
Mit: Ivo Pietzcker, Sebastian Koch, Thomas Schubert, Fritzi Haberlandt 
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Der 13-jährige Ernst Lossa, Sohn fahrender Händler und Halbwaise, ist ein aufgeweckter, aber unangepasster Junge. Die Kinder- und Erziehungsheime, in denen er bisher lebte, haben ihn als „nicht erziehbar“ eingestuft und schieben ihn schließlich wegen seiner rebellischen Art in eine Nervenheilanstalt ab. Nach kurzer Zeit bemerkt er, dass unter der Klinikleitung von Dr. Veithausen Insassen getötet werden. Er setzt sich zur Wehr und versucht den Patientinnen und Patienten zu helfen. Schließlich plant er die Flucht, gemeinsam mit Nandl, seiner ersten Liebe. Doch Ernst befindet sich in großer Gefahr, denn Klinikleitung und Personal entscheiden über Leben und Tod der Kinder.

20:30 Uhr
Publikumsgespräch mit dem Historiker Philipp Mettauer, Moderation Thomas Buchner (Stadtarchiv Amstetten)
 
21:00 Uhr 
Ende

© Filmladen Filmverleih
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